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Feuerwerk und Wasser – in Heidelberg findet beides zusammen

538076_web_R_K_B_by_Klaus Troisieme_pixelio.deDie Zerstörung des Heidelberger Schlosses im 17. Jahrhundert hat ihre Spuren hinterlassen. Die zurückgebliebene Ruine ist eine der berühmtesten in Deutschland und das Wahrzeichen der Stadt. Zwar wurden einige Bereiche restauriert, aber der einstige Prunk ist Vergangenheit. Trotzdem hat das Schloss nichts an seiner Präsenz eingebüßt. Die 80 Meter über dem Talgrund liegende Schlossanlage ist weithin sichtbar und erhebt sich trutzig über der Altstadt. Dazu wurde sie aus rotem Neckartäler Sandstein errichtet, der die Anlage geradezu ins Auge stechen lässt.

An drei Tagen im Jahr erstrahlt das Schloss bei der Heidelberger Schlossbeleuchtung in besonderem Glanz. Zur Erinnerung an die Zerstörung durch die Soldaten von König Ludwig XIV. infolge des Pfälzischen Erbfolgekriegs wird die Schlossruine Mittelpunkt einer nicht alltäglichen Show. Am 2. März 1689 rückten die königlichen Soldaten mit dem Befehl aus, das Schloss sowie Teile der Stadt in Brand zu stecken. In der Gegenwart kommen Bengalos zum Einsatz, um das langsame Ausbreiten des Feuers möglichst realitätsnah erscheinen zu lassen. Zuerst wird die Ruine durch die Bengalischen Leuchtfeuer in ein geheimnisvolles Licht getaucht. Der rote Schein vermittelt tatsächlich den Eindruck, als sei ein Feuer ausgebrochen und das Schloss würde gleich lichterloh in Flammen stehen. Anstelle von hell lodernden Flammen beginnt das scheinbar glühende Bauwerk aber zu verblassen und plötzlich steigt ein atemberaubendes Höhenfeuerwerk über dem Neckar auf. Dieses hat ebenfalls einen geschichtlichen Hintergrund. Als Kurfürst Friedrich V. im Jahre 1613 seine im frisch angetraute Ehefrau Elizabeth Stuart auf dem Schloss willkommen hieß, inszenierte er ihr zu Ehren ein Feuerwerk. Mit jenem ist allerdings längst nicht Schluss mit der Lichtshow. Es ist vielmehr der Auftakt für die nachfolgenden Lichtspiele am nächtlichen Himmel, die das Schloss, die Altstadt und den Neckar in ein faszinierendes Licht tauchen. Etwa 20 Minuten dauert das Spektakel, in den Köpfen der Besucher wird es jedoch unvergesslich bleiben.

Die Termine für die Heidelberger Schlossbeleuchtung sind 2014

  • der 7. Juni,
  • der 12. Juli und
  • der 6. September.

Im letzten Jahre beging die Veranstaltung bereits ihr 400. Jubiläum. Ein Highlight in diesem Jahr ist die Buchung einer Fahrt auf dem Feuerwerksschiff. Die MS Europa begibt sich zuerst auf eine Fahrt ins Neckartal. Nach etwa anderthalb Stunden kehrt das Schiff zurück und bezieht Position an der Alten Brücke. Von dort aus haben die Passagiere einen exklusiven Blick auf die Szenerie. Das Schiff legt um 20 Uhr an der Stadthalle ab und kehrt gegen 23 Uhr zurück. Mit einem Zwei-Gänge-Menü ist weiterhin für das leibliche Wohl der Passagiere an Bord gesorgt. Ferner gibt es ein Reisearrangement mit Übernachtung, Fahrt auf dem Feuerwerksschiff und einem geführten Rundgang durch die Altstadt.

Natürlich ist das Beiwohnen der Heidelberger Schlossbeleuchtung nicht an eine Reise oder die Buchung eines Tickets gebunden. Jeder ist willkommen, ob Einheimische oder Touristen. Nicht nur Fans von Feuerwerken sollten sich die Termine dick in ihrem Kalender anstreichen. Die Lichtshow über dem Schloss und dem Neckar zieht alle in ihren Bann. Auf den Neckarwiesen sichern sich die Menschen schon ab dem späten Nachmittag die besten Plätze. Mit Decken und Picknickkörben bewaffnet ist man bei gutem Wetter optimal auf das bevorstehende Schauspiel vorbereitet.

Bildquelle: © Klaus Troisieme / Pixelio.de

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Kein Silvesterfeuerwerk in Tübingen

pict0046In Tübingen wird das Silvesterfeuerwerk im Bereich der Altstadt verboten. Die Polizeibehörde erließ eine Verfügung und der Rat der Stadt billigte einstimmig den Beschluss. Der Oberbürgermeister und der Gemeinderat treten der Gefahr gemeinsam gegenüber, die von Feuerwerkskörpern ausgeht. Es liegen Vermutungen nahe, dass von einem Feuerwerkskörper ein Brand im Dachstuhl der Linzschen Apotheke entfacht wurde. Die CDU Stadträtin Sabine Lüllich fordert mehr Möglichkeiten, damit Menschen und Gebäude geschützt werden können.

In das alleinige Ermessen des Oberbürgermeisters fällt die Verordnung einer entsprechenden allgemeinen Verfügung. Der Oberbürgermeister ist zwar auch oberste Polizeibehörde, doch Boris Palmer bat um politische Unterstützung bei den Fraktionen. Ende Juni 2009 folgte der Gemeinderat seinem Vorschlag.

Es wurde eine Verbotszone in Tübingen festgelegt, in der am Silvestertag kein Feuerwerk gezündet werden darf. Davon ist die komplette Altstadt betroffen. Dieses Verbot zieht sich von der Eberhardsbrücke bis westlich zur Mühlstraße, vom Stadtgraben bis zur Kelternstraße, von der Belthlestraße bis östlich zur Alleenbrücke und nördlich der Uhlandstraße. Mit einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit wird darauf hingewiesen, dass mit einer hohen Strafe zu rechnen ist, wenn dagegen verstoßen wird.

Für das ganze Jahr ist schon für die ganze Stadt ein Abbrennverbot von Feuerwerkskörpern der Klasse II verhangen worden. Darunter zählen zum Beispiel Knallkörper, Schwärmer, Raketen, Kleinfeuerwerk und noch einige andere. Nur mit einer gesonderten Genehmigung dürfen Feuerwerkskörper gezündet werden. Die einzige Ausnahme war bisher die Zeit von Silvester und Neujahr. Jetzt wurde in der Altstadt diese Ausnahme aufgehoben.

Die anderen Stadtgebiete von Tübingen sind davon nicht betroffen. In diesen kann der Jahreswechsel wie gewohnt farbenfroh, laut und rauchend begangen werden. Raketen, Kracher, Bengalo und Magnesiumfackeln dürfen weiterhin genutzt werden, um das neue Jahr zu begrüßen.

Foto: © Peter von Bechen / Pixelio