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Alle Jahre wieder steigt an Silvester Feuerwerk in den Himmel

437322_web_R_K_by_knipseline_pixelio.de (2)Die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) warnt in diesem Jahr wieder davor, Feuerwerkskörper im oder aus dem Ausland zu erwerben. Sie knallen zwar oft wunderschön laut, aber genau darin besteht das Problem: Ihr Anteil an Schwarzpulver oder anderen Stoffen ist häufig derart hoch, dass es zu schweren Verletzungen kommen kann. Und das ist nicht einmal erst beim Anzünden der Fall. Es kann durchaus sein, dass die Feuerwerkskörper bereits beim Transport explodieren. Die BAM führt auch hinsichtlich dieses Punktes ausführliche Tests durch. Dafür werden die Feuerwerkskörper auf einem Rütteltisch extremen Belastungen ausgesetzt. Das Ganze findet in einem Bunker statt, damit materielle und gesundheitliche Schäden bei einer eventuellen Explosion ausgeschlossen werden können.

Grundsätzlich lautet die Empfehlung der BAM nur zu geprüften und in Deutschland zugelassenen Feuerwerksartikeln zu greifen und diese hierzulande zu erwerben. Von der BAM geprüftes Feuerwerk ist beispielsweise an der Registriernummer erkennbar. Sie wurde 2010 EU-weit mit der Richtlinie „Pyrotechnik“ eingeführt. Für eine Vergabe derselben ist die Zulassung durch die BAM zwar nicht notwendig, dennoch ist der Erwerb in Deutschland empfehlenswert, da die Zulassungsvoraussetzungen von Land zu Land stark variieren.

Für die Prüfung und Zulassung von Feuerwerkskörpern in der EU gibt es aktuell zehn Stellen. Bei diesen Prüfstellen handelt es sich um neutrale und unabhängige Organisationen, die von der EU-Kommission benannt wurden. Die Prüfung findet außer in Deutschland weiterhin unter anderem in Ungarn, Spanien oder Polen statt. Die in jenen Ländern geprüften Feuerwerksartikel haben ebenfalls eine Zulassung für Deutschland, sind aber mit Vorsicht zu genießen.

Geprüfte Artikel sind mit einer Registriernummer, dem CE-Zeichen sowie der Kennnummer der Prüfstelle versehen. An den ersten vier Ziffern der Registriernummer ist die prüfende Stelle erkennbar. Ist dort die Ziffernfolge „0589“ aufgedruckt, wurde der Feuerwerkskörper von der BAM geprüft. Daran schließt sich die Kategorie des Feuerwerks an. F2 steht beispielsweise für einen Feuerwerkskörper der Kategorie F2. Ein solcher darf in Deutschland an Personen mit einem Mindestalter von 18 Jahren verkauft werden. Enthalten sein dürfen maximal sechs Gramm Schwarzpulver. Wird ein derartiger Feuerwerkskörper in der Hand angezündet, kommt es nur zu leichten Verbrennungen. Gefährlich werden dagegen die sogenannten Blitzknallkörper, die kein Schwarzpulver, dafür aber einen weitaus stärker reagierenden Blitzknallsatz beinhalten. Hier sind schwere Verletzungen wie etwa der Verlust von mehreren Fingern nicht auszuschließen.

Dr. Christian Lohrer, Pyrotechnikexperte bei der BAM, weißt ausdrücklich daraufhin, dass das deutsche Sprengstoffgesetz und das EU-Recht „Pyrotechnik“ voneinander abweichende Regelungen vorsehen. Wer in Deutschland ein Feuerwerk anzünden möchte, muss sich allerdings an das deutsche Gesetz halten. Das macht den Erwerb von Feuerwerkskörpern im EU-Ausland problematisch. Diese können zwar nach dem EU-Recht geprüft und für Deutschland zugelassen sein, nichtsdestotrotz kann das Einführen nach Deutschland sowie das Lagern und Abbrennen hierzulande ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz sein. Daher empfiehlt der Experte den Kauf von Feuerwerk in Deutschland, wenn dieses hier ebenfalls abgebrannt werden soll.

Um Unklarheiten bezüglich einer korrekten Kennzeichnung zu beseitigen, hat die BAM auf ihrer Internetseite eine Überprüfungsmöglichkeit für Registriernummern eingerichtet.

In diesem Jahr wurden 381 Feuerwerksartikel neu auf den deutschen Markt gebracht und der BAM mitgeteilt worden. Knapp 50 von ihnen – nämlich 53 – hat die Bundesanstalt selbst geprüft.

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Die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung sorgt für sicheres Feuerwerk

159668_web_R_K_B_by_S. Hofschlaeger_pixelio.deAls Einwohner Deutschlands sollte man wissen, dass Feuerwerk nur an einigen Tagen im Jahr erlaubt ist und dass nur geprüfte Feuerwerkskörper verwendet werden dürfen. Die Prüfung dieser übernimmt die) mit Sitz in Berlin. Sie ist eine von mehreren Einrichtungen, die dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstehen. Der Tätigkeitsbereich der Institution lässt sich mit wissenschaftlich-technisch beschreiben. Mehr als 1.700 Mitarbeiter sind für die BAM tätig, die unter der Leitung von Ulrich Panne steht.

Das Testen von Feuerwerkskörpern ist lediglich ein Fachgebiet, mit dem sich das Institut beschäftigt. Weiterhin erfolgt die Entwicklung von Ersatzmaterial für Knochen, die Unterstützung von Sachverständigen bei der Feststellung der Echtheit von Kunstgegenständen und – als einzige Behörde der Welt – die Prüfung von Castor-Behältern auf ihre Sicherheit. Ein sehr breitgefächertes Aufgabengebiet also, welches die BAM zu bewältigen hat. Zu guter Letzt werden Sachverständige mit modernen Prüfungsmethoden und –anlagen vertraut gemacht, indem sie zu Veranstaltungen in die Behörde eingeladen werden.

Die Verwendung von Feuerwerk unterliegt in Deutschland besonders strengen Regelungen, die im Sprengstoffgesetz und den Verordnungen dazu niedergeschrieben sind. Die Prüfung der Pyrotechnik erfolgt von der BAM im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, wobei sowohl theoretische als auch praktische Aspekte eine große Rolle spielen und beachtet werden müssen. Feuerwerkskörper, die erfolgreich geprüft wurden, tragen eine BAM-Nummer. Danach sollten Verbraucher beim Kauf Ausschau halten. Wird die Prüfung unter den strengen Augen der Experten nicht bestanden, kommt das jeweilige Feuerwerk in Deutschland erst einmal nicht in den Handel. Je nachdem, warum die Prüfung nicht bestanden wurde, kann der Hersteller nachbessern oder die jeweilige Ausführung wird in der vorgelegten Form überhaupt nicht akzeptiert. Dann muss sich der Hersteller Gedanken über eine völlig andere Art von Feuerwerk machen. Die Abkürzung BAM und die Verantwortlichkeit für sicheres Feuerwerk hierzulande hat ein Motto hervorgebracht, auf das sich vor allem die Mitarbeiter der Behörde gern berufen: „Ohne BAM kein Bumm!“ Auch für Außenstehende leicht zu merken und ein guter Leitsatz beim Kauf von Feuerwerk.

Seit 1871 besteht die Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung. Sie wurde damals aufgrund eines Erlasses des preußischen Königs als „Mechanisch-Technische Versuchsanstalt“ gegründet und war zugleich die erste königlich-preußische Versuchsanstalt. Im Jahre 1956 erhielt die Anstalt den Namen Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM), 1986 wurde der Name um den Zusatz „und –prüfung“ erweitert. Die Ernennung der BAM zur Bundesbehörde im Jahr 1969 zog die unmittelbare Nachordnung hinter das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie nach sich. Damit gehört das BAM in den auserwählten Kreis der 69 Bundesoberbehörden, die direkt einem Bundesministerium nachgeordnet, aber keine Behörden unter sich haben. Sie sind demzufolge selbstständig tätig.

Die BAM steht der Bundesregierung in Fragen zu Chemie, Umwelt, Material und Sicherheit beratend zur Seite und arbeitet an Gesetzen, Verordnungen sowie Normen mit. Geht es um technische Sicherheit in der Öffentlichkeit, ist die BAM involviert und da von Feuerwerk ebenfalls eine Gefahr bei unsachgemäßer Nutzung ausgeht, ist es gut, dass es eine solche Einrichtung wie die BAM gibt. Sie sorgt für Sicherheit beim Umgang mit Böllern und sichert dadurch ebenfalls die Freude, die man bei einem Feuerwerk vordergründig erleben sollte.

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